Rheinufer bei Bad Breisig. © STH, 1.7.2009.


Der Knollige Kälberkropf (Chaerophyllum bulbosum) wird im Juni und Juli am Unteren Mittelrhein zu einem beherrschenden Vegetationselement. Man könnte vermuten, dass diese als  Kerbelrübe  bezeichnete alte Gemüsesorte während des 'Fin des Siècle' in der "Goldenen Meile" angebaut wurde und deshalb hier so häufig ist, doch ist sie vor allem auch eine einheimische Wildpflanze.

Die Verbreitung des Knolligen Kälberkropfes soll im Rheinland auf das Rheintal und das Neuwieder Becken beschränkt sein. Er scheint eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit zu verlangen.




Niederbreisig. © STH, 4.6.2010 und 27.7.2010.


Manche Leute stehen seiner Verwendung als Nahrungspflanze skeptisch gegenüber, weil er mit giftigen Doldenblütlern wie dem Gefleckten Schierling (Conium maculatum) oder dem verwandten Taumel-Kälberkropf (Ch. temulum) verwechselt werden könnte. Diese sind vor allem anhand ihrer gefurchten Stängel zu unterscheiden.

Der Knollenkälberkropf ist ziemlich leicht zu erkennen: an den verdickten Knoten, den fehlenden Kanten und Furchen und der rötlich-violetten Färbung der Stängel (an der Basis auch gefleckt).




Rheinufer bei Bad Breisig. © STH, 1.7.2009.



Niederbreisig. © STH, 16.7.2009.


Schmale Früchte sind bei den Doldenblütlern charakteristisch für die Gattungen Anthriscus und Chaerophyllum.

Der Knollenkälberkropf ist mehrjährig, doch stirbt das Laub nach rascher Entwicklung schon bald wieder ab - besonders bei großer Hitze wie im Sommer 2010.




Ahr-Ufer bei Sinzig. © STH, 23.7.2010.


Wie man sieht, scheinen die Wurzeln nicht sehr ergiebig zu sein. Sie wurden zweijährig kultiviert, indem man sie am Ende des ersten Vegetationsperiode nach der Aussaat ausgrub und gleich wieder auspflanzte. Natürlich sollte es bei einer Nutzung der Wurzeln als Gemüse nicht zur Blütenbildung kommen wie bei diesen Wildpflanzen ...



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