Bären, Ressourcen und die Zivilisation

Linkliste Großbären (Ursidae)



Großbären benötigen wegen ihres hohen Energiebedarfs große Lebensräume. Das liegt nicht daran, dass sie 'am Ende der Nahrungskette' stehen, also ausschließlich Fleisch konsumieren, sondern daran, dass das Nahrungsangebot eben begrenzt ist. Noch ärmer an Bären-Nahrung ist die Zivilisationslandschaft, die auf ihre Rückzugsgebiete übergreift.

Bären haben also mit einem ähnlichen Problem wie der Mensch zu kämpfen: Je größer sie wurden, auf desto mehr Ressourcen mussten sie zurückgreifen. Und je mehr Ressourcen sie verbrauchten, desto ungeselliger und unberechenbarer wurden sie.

Doch immerhin haben sich Bären an die extremsten Lebensbedingungen angepasst. Neben den die Küsten der Arktis bewohnenden Eisbären gibt es auch eine  die Gobi bewohnende Kleinart .


Die meisten Großbären-Arten haben kein Familienleben und keinerlei sozialen Kontakte. Bei Zoohaltung kommt es allzu häufig vor, dass sie ihre eigenen Jungen fressen. Nur die Malayenbären leben in engerem Kontakt miteinander.

Der erste Bär, der seit Generationen deutschen Boden betrat, wurde sogleich abgeschossen, weil er ziemlich blutrünstig war! - Auch die letzten Exemplare Österreichs und Frankreichs werden immer wieder von Wilderern geschossen, die sich dafür sicher gerne auch noch mit den Lorbeeren des "Menschenfreundes" bekränzt sähen.

Besonders häufig in Japan scheinen auch Angriffe von Bären auf Menschen vorzukommen. Die Meldungen der Presse geben natürlich die Realität nicht ganz richtig wieder - im Allgemeinen hätte der Bär einfach besser vor seinem Opfer geschützt werden müssen.

In einem im Internet nicht mehr zugänglichen Artikel war übrigens zu erfahren, dass auf Spitzbergen die Eisbären-Population größer als die der Menschen ist.

Es kann sein, dass aggressive Bären die Zivilisation angreifen, doch mit Sicherheit hat die Zivilisation vorher die Bären angegriffen. - Es muss aber letztendlich doch betont werden, dass sich Bären-Populationen wohl kaum in die hiesige Landschaft und Gesellschaft integrieren lassen, ohne dass man sich durch künstliche oder natürliche Barrieren vor ihnen schützt.


Ursus thibetanus

Foto von Rhett A. Butler, mongabay.com 

Der Asiatische Schwarzbär kommt im Himalaya-Raum und in den Gebirgen SO-Asiens vor.



Mehr als manch andere Tierart ist der Bär charakteristisch für die nördlichen Breiten. Doch eigentlich handelt es sich hierbei nur um den circumpolar verbreiteten Braunbären. Die verschiedenen Schwarzbären-Arten kommen dagegen in den Mittleren Breiten (Baribal, Kragenbär) oder sogar in den Tropen (Lippenbär, Malayenbär und der südamerikanische Brillenbär) vor.

Das Wissen über die bekannten Großbären-Arten kann man online in  Brehm's Tierleben  nachschlagen, obwohl dessen Taxonomie möglicherweise nicht mehr 'up to date' ist.


In näherer Verwandtschaft zu den Großbären stehen neben den Kleinbären die Marder, Hunde und Robben, während die Hyänen und Schleichkatzen enger mit den Katzen verwandt sein sollen. Zu den Schleichkatzen gehört  die Bärenkatze Binturong , die nur ein bisschen wie ein Bär aussieht, zu der es aber eine neue Webseite mit sehr gelungenen Fotos gibt.


Europäischer Braunbär

Der Braunbär (Ursus arctos) als Leitart der gesamten nördlichen Landmasse sollte sogar dem Zivilisationsmenschen Respekt abnötigen.
Insbesondere ist er ein Indikator für intakte Ökosysteme, die nicht nur Europa, sondern die gesamte Erde zum Überleben braucht.

Wie und wo Bären in Europa geschützt werden können, will  euronatur.org  vermitteln.

Eine umfangreiche Dokumentation des  Europäischen Braunbären  mit Bestandszahlen findet man auch beim WWF Österreich - insbesondere auch zu seiner  Verbreitung in den Alpen .

Die mit Abstand größten Bären-Populationen überlebten hinter dem "eisernen Vorhang". Auch im südlichen Europa gibt es Landschaften, in denen Bären und Menschen ganz gut miteinander (oder nebeneinander) leben könnten - laut euronatur.org sogar in Griechenland.

Das zeigt auch die Webseite des spanischen Naturschutzvereins  Fondo para la protección de los animales salvajes ("fapas") . Mehr zum  Kantabrischen Gebirge  ebenfalls bei euronatur.org.


Einen schönen  Schnappschuss  des Bären findet man auf der Webseite der Provinz Bozen (Südtirol); desgleichen auch ein  Schaubild zur Ernährung  des Braunbären, wonach sich dieser wie andere sogenannte Raubtiere eher an Aas als an lebenden Tieren vergreift.


Die amerikanische Spielart des Braunbären, der Grizzly-Bär, kommt nur im westlichen Nordamerika vor.




Copyright © St. Th. Hahn, 17.2.2012; aktualisiert am 21.10.2016
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