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Nachtrag - Die zweite Sendung


Lobenswerterweise hat der Sender Phoenix am 18.4.2008 um 19 Uhr eine zweite Sendung zu dem brennenden Problem der Verheizung indonesischer Regenwälder gebracht:
"Die Biosprit-Falle. Indonesiens Wald in Gefahr."
Film von Inge Altemeier.

Allerdings war das Material wieder ziemlich bunt zusammengeschnitten, einige Sequenzen wurden auch einfach wiederholt. Hinzu kamen einige schöne folkloristische Szenen aus West-Papua, das das El Dorado einiger asiatischer Interessengruppen zu werden droht.



Fass


Erneut gesendet wurden einige Szenen mit dem Vize-Direktor des schon vorgestellten indonesischen Großunternehmens SINARMAS, der sich vor der Kamera als Problem-Löser und businessman produzierte:
- Indonesien könne sich keinen unproduktiven Wald mehr leisten;
- als Zugeständnis an die Klimapolitik brenne sein Unternehmen die Wälder nicht ab, sondern rode sie mit Maschinen;
- durch diese Investitionen leiste das Unternehmen einen Beitrag zur Volkswirtschaft ..

Diese Investitionen sind:
- Großmaschinen zum Exploitieren und Planieren der Wälder (in Wirklichkeit ein illegaler Holzeinschlag);
- chemische Düngemittel, die unter tropischen Bedingungen in weit größeren Mengen angewendet werden müssen als hierzulande (wegen der geringen Kationenaustauschkapazität der Böden und der hohen Niederschläge);
- punktueller Einsatz von Saisonarbeitern bei der Ernte, da die Früchte innerhalb von 24 h verarbeitet werden müssen;
- Technologie-Input zur Herstellung und Verschiffung des Pflanzenöls und seiner Raffination zu Biodiesel.

Schon bei der Produktion eines Liters Palmöls wird auf diese Weise natürlich weit mehr CO2 abgegeben als bei der Verbrennung eines Liters Erdöls.



Tatsächlich ist die Palmöl-Produktion ein typisches Windei der globalen Industrie-Lobby, das nur ganz wenigen Beteiligten einen Gewinn bringt:

Sie kann nur mit hohen Anfangsinvestitionen Erträge bringen und nicht von Kleinunternehmern betrieben werden.

Die Investitionen und externen Kosten übersteigen jedes vernünftige Maß; allerdings spekulieren Indonesiens Bosse darauf, dass das Gemeineigentum Indonesiens - nämlich die Waldressourcen - diese Kosten abdecken wird.


Merke: Externe Kosten sind diejenigen Kosten, die das Management nicht zu berücksichtigen braucht, weil die Allgemeinheit für sie aufkommt.


SINARMAS hat auch Gemeindewälder in Nacht- und Nebelaktionen gerodet und dabei die jeweilige Landbevölkerung um ihre Lebensgrundlage gebracht.
Wenn die lokale Bevölkerung in ihre Rechte zurück versetzt wird, kann sie mit den zerstörten Wäldern nicht mehr viel anfangen - selbst mit neu gepflanzten Ölpalmen-Plantagen nicht, weil sie die nötige industrielle Infrastruktur nicht besitzt.


Normalerweise arbeite das Unternehmen SINARMAS eng mit der unterbezahlten Armee zusammen, die auf derlei Einkünfte angewiesen ist.

Auch der indonesische WWF arrangiere sich mit SINARMAS und agiere so als Feind der ländlichen Bevölkerung und der Papua, indem er sich die Versprechungen der Industriellen um eine nachhaltige Palmöl-Produktion und einer Anlage von Reservaten für die Waldbewohner zu eigen macht.



Fass






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